Kinshasa: Mindestens 17 Tote bei Gefängnisausbruch aus Zentralgefängnis Makala

Kinshasa: Mindestens 17 Tote bei Gefängnisausbruch aus Zentralgefängnis Makala

Bei einem bewaffneten Angriff auf das Zentralgefängnis Makala in Kinshasa sind am Dienstag, dem 14. Januar 2026, mindestens 17 Menschen getötet worden. Laut Angaben des Justizministers, Rose Mutombo, konnten dabei 15 Häftlinge aus der Haftanstalt fliehen.

Chronologie des Angriffs

Der Angriff auf das Gefängnis Makala im Stadtteil Ngaliema begann am Dienstagmorgen gegen 05:00 Uhr Ortszeit. Bewaffnete Männer eröffneten das Feuer auf die Wachen am Haupteingang des Gefängniskomplexes. Bei den 17 Toten handelt es sich nach Angaben des Gefängnisdirektors, Colonel Jean-Baptiste Mbadu, um 11 Gefängniswärter und 6 Angreifer. Unter den getöteten Wachen befand sich auch der stellvertretende Kommandant der Anstalt, Major Jacques Kabasele. Die Angreifer setzten nach Aussagen von Augenzeugen aus der Nachbarschaft Handgranaten ein, um die äußeren Mauern zu beschädigen.

Flucht und Fahndung

Justizministerin Rose Mutombo bestätigte am Nachmittag des 14. Januar, dass 15 Häftlinge die Flucht gelang. Unter den Entkommenen befinden sich laut Generalstaatsanwaltschaft mindestens drei Personen, die wegen Mordes und Bildung einer kriminellen Vereinigung verurteilt waren. Die nationale Polizei (PNC) hat eine Großfahndung in Kinshasa und den angrenzenden Provinzen Kongo-Zentral und Kwilu eingeleitet. Straßensperren wurden an allen Ausfallstraßen der Hauptstadt errichtet.

Hintergrund und vorherige Vorfälle

Das Gefängnis Makala, offiziell Centre Pénitentiaire et de Rééducation de Kinshasa (CPRK), ist mit einer offiziellen Kapazität von 1.500 Insassen chronisch überbelegt. Aktuell sind dort nach Angaben des Gefängnisdienstes über 10.000 Häftlinge untergebracht. Bereits am 9. Mai 2021 war es bei einem ähnlichen Angriff auf Makala zu einer Massenflucht von über 50 Gefangenen gekommen. Die Sicherheitslage in der Hauptstadtregion ist seit Monaten angespannt, nachdem die Rebellengruppe M23 im Osten des Landes ihre Offensive wiederaufgenommen hat. Die Regierung unter Präsident Félix Tshisekedi hatte erst im Dezember 2025 eine landesweite Sicherheitsoperation mit dem Codenamen „Ukwezi“ angekündigt.

Bildquelle: Pixabay