Kraftstoff- und Heizölpreise Ende November 2025: ADAC kritisiert hohe Margen trotz sinkender Rohölpreise

Aktuelle Entwicklung der Kraftstoff- und Heizölpreise: Eine Trendanalyse für Autofahrer und Verbraucher

Die Preise für Kraftstoffe und Heizöl in Deutschland zeigen Ende November 2025 ein differenziertes Bild, das von globalen Rohstoffmärkten, geopolitischen Entwicklungen und der Steuerpolitik beeinflusst wird. Autofahrer und Heizölkunden stehen weiterhin vor der Herausforderung, volatile Preise zu navigieren, die sich im Tagesverlauf erheblich ändern können. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) bewertet die aktuellen Kraftstoffpreise als „deutlich überteuert“, da ein Rückgang der Rohölpreise an den Tankstellen bislang nicht adäquat widergespiegelt wird.

Globale Marktfaktoren und ihre Auswirkungen

Die Entwicklung der Kraftstoff- und Heizölpreise wird maßgeblich durch den globalen Rohölpreis bestimmt. Dieser wiederum hängt von einer Vielzahl internationaler Faktoren ab:

  • Rohölpreise: Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent, ein wichtiger Indikator für den europäischen Markt, ist Ende November 2025 auf etwa 62 US-Dollar gesunken. Trotz dieses Rückgangs an den internationalen Märkten bleiben die Preise an den deutschen Zapfsäulen hoch, was auf hohe Margen der Mineralölkonzerne hindeutet.
  • Geopolitische Spannungen: Militärische Konflikte und politische Instabilitäten in wichtigen Förderregionen können grundsätzlich zu Preisspitzen führen, da sie die Versorgungssicherheit beeinflussen. Aktuelle Marktanalysen zeigen jedoch, dass trotz anhaltender Spannungen, beispielsweise im Nahen Osten oder im Kontext des Konflikts in Osteuropa, die Ölpreise nicht zwangsläufig stark ansteigen, wenn ein Überangebot auf dem Weltmarkt besteht. Die Märkte reagieren auf solche Ereignisse mitunter gleichgültig, da das Angebot derzeit als reichlich gilt. Ein möglicher Friedensschluss in Osteuropa könnte gar zu einer Lockerung westlicher Sanktionen und damit zu einem weiteren Preisverfall durch erhöhte russische Exporte führen.
  • Wechselkursentwicklung: Da Rohöl weltweit überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar die Einkaufskosten für europäische Länder. Ein schwacher Euro verteuert den Import von Rohöl zusätzlich.
  • Angebot und Nachfrage: Die globale Nachfrage, insbesondere aus großen Volkswirtschaften wie den USA und China, sowie Förderentscheidungen von Organisationen wie der OPEC+ spielen eine zentrale Rolle. Prognosen für 2026 deuten auf ein wachsendes Überangebot hin, da die Produktion in OPEC+- und Nicht-OPEC-Ländern steigt, was die Preise unter Druck setzen könnte.

Preisentwicklung bei Benzin und Diesel

Ende November 2025 zeigt sich eine gegenläufige Entwicklung bei den gängigen Kraftstoffen:

  • Benzin (Super E10): Der bundesweite Durchschnittspreis für einen Liter Super E10 lag aktuell bei etwa 1,682 Euro, was einer leichten Senkung von 0,3 Cent gegenüber der Vorwoche entspricht.
  • Diesel: Diesel verteuerte sich hingegen im gleichen Zeitraum um 2,1 Cent und kostet durchschnittlich 1,654 Euro pro Liter. Auffällig ist die geringe Preisdifferenz von nur rund 2,8 Cent zwischen Super E10 und Diesel, obwohl auf Benzin ein höherer Energiesteuersatz anfällt (ca. 65,45 Cent/Liter für Benzin vs. 47,04 Cent/Liter für Diesel).

Kurzfristige Prognosen bis Ende November 2025 deuten auf einen leichten Anstieg der Preise für Superbenzin (auf ca. 1,79 Euro), E10 (auf ca. 1,73 Euro) und Diesel (auf ca. 1,70 Euro) hin, bedingt durch eine leichte Erholung der Rohölpreise. Für das Jahr 2026 werden tendenziell sinkende Rohölpreise erwartet, was sich im Idealfall auch auf die Kraftstoffpreise an der Zapfsäule auswirken könnte.

Entwicklung der Heizölpreise

Die Heizölpreise präsentieren sich zum Jahresende 2025 relativ stabil, mit einem bundesweiten Durchschnitt von etwa 97,10 Euro pro 100 Liter bei einer Abnahmemenge von 3000 Litern. Andere Quellen nennen Preise um 95,90 € bis 98,88 € pro 100 Liter. Für den kommenden Winter 2025/2026 wird zunächst ein Seitwärtstrend erwartet. Die Prognosen für 2026 sind dynamischer, mit potenziellen Tiefstständen im März (ca. 89,56 Euro/100L) und Höchstständen im Juni (ca. 105,17 Euro/100L), gefolgt von einer Stabilisierung. Langfristig wird jedoch ein deutlicher Preisanstieg bis 2030 auf bis zu 184 Euro pro 100 Liter prognostiziert, begründet durch ein abnehmendes Angebot fossiler Brennstoffe im Zuge der Energiewende, geopolitische Risiken sowie Inflation und Wechselkursentwicklungen.

Hintergrund: Die Rolle von Steuern und Abgaben

Ein erheblicher Anteil des Endpreises an der Zapfsäule und für Heizöl entfällt auf Steuern und Abgaben. Beim Benzin machen diese rund 61 Prozent und beim Diesel etwa 53 Prozent des Preises aus. Dies beinhaltet die Energiesteuer, die Mehrwertsteuer von 19 Prozent (die auch auf die Energiesteuer erhoben wird) und die staatliche CO₂-Abgabe, deren Sätze jährlich angepasst werden. Diese staatlichen Einnahmen belasten insbesondere jene Bevölkerungsgruppen, deren Einkommen unter dem des obersten Drittels liegt, da die Kraftstoffkosten einen größeren Anteil ihres Budgets ausmachen.

Empfehlungen für Verbraucher: Wann tanken?

Angesichts der täglichen und wöchentlichen Preisschwankungen können Autofahrer durch strategisches Tanken Kosten sparen. Die Preisbildung an den Tankstellen wird von Mineralölkonzernen bewusst dynamisch gestaltet, um Gewinne zu maximieren.

  • Tageszeit: Die günstigsten Tankzeiten liegen in der Regel abends zwischen 19:00 und 22:00 Uhr. Morgens zwischen 7:00 und 8:00 Uhr sind die Preise am höchsten. Die Preisunterschiede können im Tagesverlauf bis zu 13 Cent pro Liter betragen.
  • Wochentag: Unter der Woche sind die Spritpreise tendenziell günstiger als an Wochenenden und Feiertagen. Insbesondere Dienstag und Mittwochvormittag können gute Tankgelegenheiten bieten. Es wird empfohlen, Feiertage und Hauptreisezeiten zu meiden.
  • Preisvergleich: Nutzen Sie Tank-Apps oder Online-Vergleichsportale, um die aktuellen Preise an den Tankstellen in Ihrer Umgebung in Echtzeit zu vergleichen.
  • Tankstellenart: Freie Tankstellen und Supermarkt-Tankstellen bieten oft günstigere Preise als Markentankstellen. Autobahntankstellen sind nahezu immer die teuerste Option.
  • Heizöl: Beim Heizölkauf kann es sich lohnen, nicht in der Hochsaison (Winter) zu bestellen und die Preise außerhalb der Heizperiode zu beobachten. Auch hier gilt: Preise vergleichen und gegebenenfalls mehrere Angebote einholen.

Ausblick

Die Unsicherheiten auf den Energiemärkten bleiben bestehen. Während kurzfristig leichte Preisanstiege bei Kraftstoffen möglich sind, deuten mittelfristige Rohölprognosen auf ein mögliches Überangebot und damit potenzielle Preissenkungen im Jahr 2026 hin. Langfristig ist jedoch mit steigenden Preisen für fossile Brennstoffe zu rechnen. Für Verbraucher ist es daher unerlässlich, sich aktiv über die aktuelle Marktlage zu informieren und bewusst strategische Entscheidungen beim Tanken und Heizen zu treffen, um die finanzielle Belastung zu minimieren.

Bild: KI-Generiert (Symbolbild)


Redaktion (29.11.2025) – Verbraucherservice