Die britische Regierung unter Premierminister Keir Starmer hat am 9. Januar 2026 eine umfassende Rentenreform angekündigt. Arbeitsministerin Liz Kendall stellte im Unterhaus in London einen Gesetzentwurf vor, der eine staatlich garantierte Mindestrente von 12.500 Pfund pro Jahr für alle ab dem Jahr 2027 vorsieht.
Details der Reform
Der von Ministerin Kendall vorgelegte Entwurf sieht vor, dass die neue Grundsicherung im Rentenalter ab dem 1. April 2027 in Kraft tritt. Die Mindestrente von 12.500 Pfund jährlich entspricht etwa 1.040 Pfund pro Monat. Die Finanzierung soll laut Schatzkanzlerin Rachel Reeves primär durch eine Erhöhung der Kapitalertragssteuer für Einkünfte über 50.000 Pfund sowie eine Reform der Erbschaftssteuer erfolgen. Das Finanzministerium beziffert die jährlichen Mehrkosten auf voraussichtlich 8 bis 10 Milliarden Pfund.
Reaktionen und Hintergrund
Die konservative Oppositionsführerin Priti Patel kritisierte den Plan im Parlament als „unfinanzierbar“ und warnte vor Steuererhöhungen für die Mittelschicht. Der Vorsitzende des Gewerkschaftsdachverbands TUC, Paul Nowak, begrüßte die Pläne als „längst überfälligen Schritt gegen Altersarmut“. Laut aktuellen Daten der Organisation „Age UK“ leben derzeit rund 2,1 Millionen Menschen im Vereinigten Königreich über der offiziellen Armutsgrenze, darunter 1,2 Millionen Alleinlebende. Die derzeitige staatliche Grundrente („State Pension“) liegt bei etwa 10.600 Pfund pro Jahr.
Politische Einordnung
Die Ankündigung markiert die erste große Sozialreform der Labour-Regierung seit ihrem Wahlsieg im Juni 2025. Sie folgt auf ein Wahlversprechen, die Alterssicherung zu reformieren. Ein ähnlicher Vorstoß zur Einführung einer Mindestrente war bereits 2023 unter der damaligen konservativen Regierung von Rishi Sunak an Finanzierungsfragen gescheitert. Der Gesetzentwurf wird nun im parlamentarischen Verfahren in den Ausschüssen beraten, eine erste Lesung im Oberhaus ist für März 2026 geplant.
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