Die Greinköpfe zu Köln (Siegburg)

In den Anfängen unseres Jahrhunderts zierten noch viele Türen in Köln steinerne Köpfe. Diese skurrilen Skulpturen dienten dem profanen Zweck, Schrotbäume anzulehnen, um Fässer in die Keller zu schaffen. Doch die Sage hinter diesen “Greinköpfen” ist weitaus faszinierender und mystischer.

Die Legende berichtet von Erzbischof Anno von Köln, der kurz vor seinem Lebensende in einen erbitterten Konflikt mit der Stadt Köln geriet. Doch letztendlich zwang er die Stadt in die Knie. Nachdem er Siegburg, seinen geliebten Rückzugsort, verlassen hatte, begab er sich nach Köln, um die Kölner Schöffen zu bestrafen. Er ließ diejenigen, die er des Frevels überführen konnte, grausam bestrafen, indem er ihnen die Augen ausstechen ließ. Ein Schöffe allerdings kam mit nur einem Auge davon, damit er die Geheimnisse seiner Mitstreiter bewahren konnte.

An den Häusern der Geblendeten in Köln ließ Anno jedoch als Zeichen ihrer erlittenen Strafe steinerne Köpfe anbringen – die berüchtigten “Greinköpfe”. Diese unheimlichen Gesichter sollten für die Ewigkeit an die drastische Bestrafung erinnern, die unter der Herrschaft von Erzbischof Anno über die Stadt Köln hereinbrach.

Quelle: “Das Siegthal” von Ernst Weyden, 1865

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