ZWAR Gruppe Königswinter gründet sich

ZWAR-Broschüre-Bild

Von Sofie Lehmann:

Die unten stehende Mail schrieb ich heute, 30.06.2019, an die WDR Lokalzeit in der Hoffnung, dass diese sich des Themas annimmt und entsprechende Öffentlichkeit herstellt.

2017 war schon von der Gründung einer ZWAR -Gruppe (zwischen Arbeit und Ruhestand) in Königswinter die Rede, wurde aber von der Stadt nicht wirklich begrüßt. Da war von „ungesunder Konkurrenz“ zu den bestehenden Einrichtungen und Angeboten für ältere Menschen z.B. „aktiv im Alter“ oder „Engagierte Stadt,“das solle vermieden werden.

Wenn man sich die Angebote anschaut, werden alle Angebote von jemand geleitet, der nicht zu den Alten gehört, sondern ihnen was erzählen will.

Und dann gab es ja noch das Ehrenamt? Da waren oder sind dann diese Möglichkeiten aufgezeigt.:

Hausaufgabenhilfe
Lesepaten
Leihgroßeltern

Das war 2017. Da wollte die Stadt Königswinter die ZWAR Gruppe am liebsten verhindern. Zwei Angebote waren oder sind kostenpflichtig.

http://www.general-anzeiger-bonn.de/region/siebengebirge/koenigswinter/Ein-Netzwerk-f%C3%BCr-die-%C3%84lteren-aus-K%C3%B6nigswinter-article3669994.html

Und 2019?
Da verkauft die Stadt es quasi als eine ihrer Initiativen. Sie setzt sich bei der Veröffentlichung an die 1. Stelle, obwohl diese ihr nicht zusteht.

„Den Ruhestand als neue Lebensphase gemeinsam mit anderen aktiv gestalten!
Mit diesem Ziel werden die Stadt Königswinter und der Caritasverband Rhein-Sieg e.V. sowie die Katholischen und Evangelischen Kirchengemeinden Königswinter-Tal gemeinsam mit der ZWAR-Zentralstelle Dortmund am 3. Juni 2019 in Königswinter ein weiteres ZWAR Netzwerk für Menschen zwischen 56 und 70 Jahren gründen“

Aber was ist ZWAR?
ZWAR ist ein Treffen von Menschen, die zusammen überlegen, was sie machen können und wollen.
Und da kommt dann eine Menge zusammen, vom Wandern über Stammtisch bis zum Brotbacken im Wildgarten und diskutieren über tagespolitische Themen.
Man kann sich auch mit Menschen, die einem sympathisch sind, zwischendurch einfach treffen, Menschen kennenlernen, aus der Einsamkeit und der Inaktivität raus gehen.

Es ist also gar nicht zu vergleichen mit den Angeboten der Stadt, könnte aber natürlich ergänzen, aber auch mehr Menschen anlocken, weil es doch attraktiv ist.
ZWAR wird ein Jahr von einer Dame der Caritas Siegburt begleitet und geht dann über in eine selbstverwaltete und eigenverantliche und somit von Stadt und anderen Institutionen unabhängige Gruppe.

Nun hat sich die Gruppe Königswnter gebildet, wie schon 200 andere Gruppen in NRW und nun soll die Förderung der ZWAR Zentralstelle NRW durch das Land NRW gestrichen werden.

Gerade in dem Moment, wenn sich die Königswinterer Gruppe gebildet hat.
Das würde wahrscheinlich nicht nur das Ende der Zentralstelle bedeuten, sondern auch die Gruppen sind in Gefahr.

Deshalb meine Bitte:
Unterschreiben Sie die Petition für die Rücknahme der Streichung der Förderung.
Alte Menschen brauchen genau ZWAR, eigenverantwortlich und selbstverwaltet mit anderen gemeinsam die Freizeit gestalten.

Nun soll es ausgekickt werden.
Warum? Man muss doch mal nachdenken dürfen.

Sicher erhöht die aktive Gestaltung des Lebens in Gemeinschaft mit anderen die Lebenserwartung. Einsamkeit erhöht die Depressionsrate.
Warum also nun die Gefährdung dieser positiven Aktion?
Geht es am Ende um die Rentenkasse? Sollen die Alten lieber sozialverträglich ableben? Das war ja vor Jahren schon einmal im Gespräch.
Hier muss Öffentlichkeit her, hier muss gekämpft werden, auch für die Zukunft der Jungen, die irgendwann auch alt sind, wenn sie Glück haben.

Meine Mail von heute an WDR Lokalzeit:
Sehr geehrte Damen und Herren,
seit zwei Wochen gehöre ich als Bürgerin der Stadt Königswinter zu der dort neu gegründeten ZWAR Gruppe.
Nun erfuhr ich, dass es jetzt schon folgende Petition gibt:
„RÜCKNAHME DER STREICHUNG DER FÖRDERUNG DER ZWAR ZENTRALSTELLE NRW DURCH DAS LAND NRW!“
https://www.openpetition.de/petition/online/ruecknahme-der-streichung-der-foerderung-der-zwar-zentralstelle-nrw-durch-das-land-nrw

Das würde die Arbeit der Zentralstelle beenden und es besteht die Gefahr, dass die ZWAR Gruppen, die ein Jahr begleitet werden, 
auch nicht weiter existieren können.

Warum mich das besonders schockt?

Beim Gesundheitswesen wird schon sehr stark an den älteren und alten Menschen gespart, da werden Menschenleben entwertet. Als Beispiel sei genannt, dass es bestimmte Leistungen für alte Menschen nicht mehr gibt. Zusätzlich bin ich der Meinung, dass man im Alter schnell in Einsamkeit gerät, die Praxis bestätigt dies. Die ZWAR Gruppen sind eine sehr gute Möglichkeit dieser Einsamkeit zu entgehen oder noch nicht mal mehr drüber nachdenken zu müssen. Ich selber habe mich durch die ZWAR Gruppe aus der Einsamkeit herausgeholt.

Es ist nicht nachvollziehbar, dass Rüstungsausgaben immer mehr erhöht werden und im sozialen Bereich, hier bei den Alten, immer mehr gespart wird.
Auch für die Erhöhung der einzigen Diäten, die dick machen ist immer genug Geld da, für das Soziale , hier die Alten, nie.

Nun weiß ich, dass eigenes Rumwurschteln nicht so sehr viel bringt, sondern dass Öffentlichkeit hergestellt werden muss.
Deshalb bitte ich Sie sich des Themas doch einmal anzunehmen, ich halte es für wichtig, damit Menschen, die heute noch fit und aktiv sind,
morgen nicht wegen Einsamkeit in eine Depression oder psychosomatische Erkrankungen rutschen.
Mein Schreiben habe ich nicht mit der Gruppe abgesprochen, werde es aber morgen beim nächsten Treffen ansprechen.

Für einen positiven Bescheid wäre nicht nur ich dankbar, sondern alle Betroffenen.

Viele Grüße aus Königswinter
Sofie Lehmann

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