Wie Bürgermeisterkandidatin Inge Mohr-Simeonidis die Armut in Windeck bekämpfen will

Ingeborg Mohr-Simeonidis, LINKE Bürgermeisterkandidatin für Windeck

Ingeborg Mohr-Simeonidis, LINKE Bürgermeisterkandidatin für Windeck

14% der Menschen im Rhein-Sieg-Kreis sind von Armut bedroht. Das sind 84.000 von 600.000 Einwohnern. Windeck ist dabei das Armenhaus des Kreises. Darauf weisen viele Indikatoren hin, so der Schuldenatlas, die Immobilienpreise, der Kaufkraftindex, die Arbeitslosenzahlen und vieles mehr. Das linker Gesinnung unverdächtige Kreisjugendamt stellte wiederholt fest: „Die Kolleg(inn)en des Sozialen Dienstes treffen immer wieder auf große Armut in Windeck: So gibt es in manchen Familien keinen Strom, trotz starker Kälte keine funktionierende Heizung und warmes Wasser und/ oder fehlende Essensvorräte, manchmal sind Haushalte ohne Kühlschrank.“

Es sollte daher keinen Zweifel mehr daran geben, dass die Armut in Windeck endlich bekämpft werden muss. Wie DIE LINKE dies mit einer Bürgermeisterin Inge MohrSimeonidis schaffen willhaben wir hier für Sie zusammen getragen:
  • Eine Armutskonferenz soll alle mit Armut befassten Akteure an einen Tisch bringen. EinE ArmutsforscherIn gehört ebenfalls dazu. Auftrag an die Runde ist es, die Ursachen der Armutausfindig zu machen und Rezepte dagegen zu entwickeln. Die Ergebnisse sollen dem Kreistag zur Umsetzung vorgelegt werden, der die Konferenz auch finanzieren soll. Dieser Vorschlag liegt dem Kreistag bereits als Antrag von DIE LINKE & FUW-PIRATEN vor.
  • Ein Sozialkompass ist eine Broschüre, die Hilfsangebote für sozial Benachteiligte auflistet. Seien es Schuldnerberatungsstellen oder die Tafeln. Ein solcher fehlt uns hier in Windeck. Auch diesen haben wir bereits im Kreistag beantragt, der Sozialausschuss wird sich damit befassen.
  • Arbeitsplätze sind ebenfalls unerlässlich um der Armut etwas entgegen setzen zu können. Wir wollen etwas neues wagen: Gebäude die zum Verkauf stehen sollen von der öffentlichen Hand gekauft werden. Anschließend sind sie so zu ertüchtigen, dass sie sich als Heimat für z.B. Seniorenwohngemeinschaften eignen. Dazu gehört es, die notwendige Infrastruktur zu schaffen, bzw. zu erhalten. Nahversorgung im medizinischen Bereich gehört ebenso dazu, wie auch die Wohnortnahe Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs. Auch ein gutes Nahverkehrsangebot und ambulante Pflegeversorgung sind unabdingbar. Eine solche Infrastruktur schafft Arbeitsplätze. Darüber hinaus werden Leerstände vermieden und Immobilienpreise stabilisiert sowie die Kaufkraft erhöht. Den Senioren wird eine attraktive Alternative zum Leben in einer Altersresidenz geboten. Sie sollen uns willkommen sein.
  • Und womit soll das bezahlt werden? Die Gemeinde Windeck selber ist kaum in der Lage aus eigenen Mitteln Maßnahmen zur Bekäpfung der Armut zu finanzieren. Wir werden also den Kreis, das Land und den Bund in die Pflicht nehmen müssen. Eine Stelle zur Fördermittelaquise soll beim Kreis angesiedelt werden und auch den Kommunen zur Verfügung stehen. Auch dieser Vorschlag wurde dem Kreistag bereits als Antrag vorgelegt. Darüber hinaus wird die Kreistagsfraktion DIE LINKE dem Kreistag vorschlagen, dass eine Interkommunale Seniorenwohnungs-gesellschaft geschaffen wird. Deren Aufgabe wäre es die Immobilen zu kaufen, umzubauen und für die Instandhaltung zu sorgen.
  • Eine weitere Möglichkeit Arbeitsplätze zu schaffen ist ein Kommunalpark. Dieser Vorschlag ist bereits von DIE LINKE Berggemeinden als mögliches Projekt für die Regionale 2025 vorgeschlagen worden. Aber auch, wenn der Vorschlag dort keine Berücksichtigung findet, werden wir ihn an anderer Stelle wieder einbringen. Aber was soll denn ein Kommunalpark sein?
    Die beteiligte(n) Kommune(n) errichten eine Parkanlage. In diese Anlage ist ein Gastronomiebereich integriert. Dieser bietet auch Tagungs- und Übernachtungsmöglichkeiten.
    Der Park ist jedoch nicht nur Selbstzweck. Er dient vor allem als Ausstellungsfläche, u. a.  für Hersteller von Stadtmöbeln. Gedacht ist dabei an:
    Bushaltestellen, Bodenbeläge, Mülleimer, Beleuchtungsanlagen, Werbeanlagen, Sitzgelegenheiten, Infosäulen, Schallschutzwände, Kinderspielgeräte, Pflanzen, Absperrungen usw.
    Entscheidungsträger aus kommunalen Räten und Verwaltungen haben in diesem Park die Möglichkeit den direkten Vergleich zwischen den verschiedenen Varianten von Stadtmöbeln zu betrachten.
    Eine Kostenbeteiligung der Hersteller ist vorgesehen.
    Somit ergeben sich folgende Vorteile:
    Schaffung von Arbeitsplätzen für gering Qualifizierte (Betrieb und Unterhalt der Anlage, Gastonomie), Parkanlage, die der Bevölkerung zur Verfügung steht und auch den Tourismus befördert. Kostenbeteiligung von Dritten, bis zur vollständigen Kostendeckung der laufenden Betriebskosten.
    Als Ort schwebt uns ein Gebiet im Raum Ruppichteroth, Eitorf, Windeck vor.
    Denn eine solche Anlage benötigt viel Raum, könnte aber unter Umständen auch in bestehende schützenswerte Gebiete eingebunden werden. Außerdem gibt es in diesem Gebiet einen hohen Bedarf an Arbeitsplätzen. Daneben gibt es dort auch eine besonders reizvolle landschaftliche Umgebung, was die Attraktivität des Parks noch steigern könnte. Wichtig ist jedoch auch eine gute (Mobilfunk-) Netzabdeckung. Schließlich hat die Digitalisierung auch vor Stadteinrichtungen nicht halt gemacht.
    Unseres Wissens nach gibt es nichts vergleichbares. Lediglich das RWE betreibt (oder betrieb mal) eine Strecke verschiedener Laternen.
Viele weitere Detailmaßnahmen sind notwendig. Um es offen zu sagen: Über Jahrzehnte hat Windeck unter Konzeptionslosigkeit gelitten. Nun das Ruder rumzureißen wird nicht von heute auf morgen gehen. Und doch ist es unumgänglich um die Gemeinde voranzubringen.

Sie liebe Bürgerinnen und Bürger werden am 18.11.2018 entscheiden müssen. Entweder für ein weiter so, oder für einen neuen Aufbruch mit neuen Ideen. Für ein auch in der Zukunft noch lebenswertes Windeck braucht es neue Wege.