Vom Gesundheitswesen zum Unwesen Folge 2 Gesundheit Reha

Stellen Sie sich mal vor, sie hätten eine chronische Darmerkrankung. Nein, kein Krebs. Und dann sagen die Ärzte Ihnen, das muss operiert werden, da müssen wir 25 cm Darm entfernen.
Na gut, was weg ist ist weg.
Die OP wird dann viel umfangreicher, als von den Ärzten gedacht und ihr Hausarzt/Ihre Hausärztin ist der Meinung, da wird eine stationäre Rehamaßnahme genehmigt.
Sie/er beantragt dies also für Sie bei der Krankenkasse. Diese schickt es zur Rentenversicherung, welche wiederum ablehnt mit der Begründung, da wäre weder eine Verbesserung noch eine Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit möglich, was sich aus dem Arztbrief nicht ergibt, da ja eine Heilbehandlung stattfand.
Die Rentenversicherung schickt also alles wieder an die Krankenkasse und teilt ihnen mit, diese sei nun zuständig.

Sie telefonieren mit einer sehr netten Dame, die schnelle Bearbeitung verspricht. Sie leiden unterdessen weiter unter massiven Ernährungsstörungen durch eine seit der OP schlimmer gewordene Allergie und eine Lebensmittelunverträglichkeit, ganz abgesehen davon, dass ihre Muskeln nach ca. insgesamt 4 Wochen Krankenhaus abgebaut haben. So jung sind sie auch nicht mehr, also tut Muskelaufbau not.
Das alles im Antrag auch erwähnt.
Und dann kommt die zweite Ablehnung mit der Begründung, die ambulanten Maßnahmen seien überhaupt noch nicht ausgeschöpft, das müsse zuerst stattfinden.
Ist ja auch nicht schlimm, dann eben ambulant, denken Sie.
Es geht um Ernährungsberatung und Muskelaufbau.
Die freundliche Dame am Telefon der Krankenkasse X sagt Ihnen zu, eine Liste mit Ernährungsberatern in ihrer Nähe zu senden incl. der Kostenzusage der Bezuschussung.
Hört sich schon ein wenig seltsam an.
Aber richtig hart wird es, als der Brief kommt.
Eine ellenlange Liste mit Ernährungsberatern. OK, mit Lupe kann man es lesen.
Und in dem Brief steht: 75 Euro Zuschuss, egal wieviele Sitzungen stattfinden müssen.

Da ist es, das Unwesen, zu dem das Gesundheitswesen mutiert ist.

Wenn Sie wenig Geld haben, kostet die stationäre Reha nichts, da ja die Befreiung da ist.

Wenn Sie sich an die Vorgabe der Krankenkasse halten, die sich weigert, die stationäre Reha zu übernehmen und Sie in die ambulante Reha schickt, dann müssen Sie zahlen.

Was ist das für eine Moral, in der Menschen dafür bestraft werden, dass sie krank sind und dass ihre stationäre Reha abgelehnt wurde.

Wer erhält überhaupt eine stationäre Reha?
Spart die Krankenkasse auf Kosten der Patienten?
Klar, geben Sie sich da mal keiner Illusion hin.

Heute erst mal nur den Bericht einer Patientin, der genau dies bei der Krankenkasse X im Rhein-Sieg-Kreis passiert ist.

Ich werde weiter recherchieren, wie das in der Regel gehandhabt wird und wer auch ohne ambulante Reha eine stationäre erhält.
Denn das sind unhaltbare Zustände, vor allen Dingen für Menschen, die nach einer OP noch nicht wieder ganz fit sind und für Menschen, die wenig Geld haben.
Auf jeden Fall sollte über solche Zustände jeder mal nachdenken, denn jeder kann in genau diese Situation kommen.

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