Tatort Behindertenwerkstatt Teil 2

Die Fotos wurden entfernt,die Klebestreifen sind noch zu sehen. Es war wohl für die Ewigkeit gedacht.

Teil 1 war ja eine heftige Kritik an einer Maßnahme gegen schmutzige Toiletten. Zwischenzeitlich fand dann noch ein ausführliches Gespräch mit dem Leiter stat

Als erstes will ich die Kritik, die daraufhin an mir vom Leiter der Werkstatt geübt wurde, nicht verschweigen, sondern, weil sie berechtigt ist, hier erwähnen.
Es ging um die Bezeichnung der dortigen Mitarbeiter als „Die Kranken“, die natürlich zu kritisieren ist. Sie ist undifferenziert und kann als Diffamierung betrachtet werden, wenn es auch so natürlich von mir nicht gemeint war.
Manchmal ist es schwierig eine Bezeichnung zu finden, die nicht diffamierend ist.
Hier werde ich nun statt dessen von sensiblen Menschen reden, dass kann jeder von uns sein, aber hier bezieht es sich auf die Mitarbeiter.

Die Bilder, ja, diese Bilder auf den Toiletten der Behindertenwerkstatt, sie sind entfernt worden.
Ob das nun durch meine Veröffentlichung geschah oder weil sie, wie es hieß, gewirkt haben, die Toiletten seien sauberer, ist für mich nicht objektiv überprüfbar, aber sie wurden nach dem Bericht entfernt, das ist Fakt.

Es war ein Gespräch in lockerer Athmosphäre, teilweise ein plaudern.

Aber, erkennbar war, wir sind nicht in allem einer Meinung gewesen.

Ein Punkt war z.B., dass die Bilder verwendet wurden aufgrund des Hinweises eines Kollegen, so wurde mir glaubhaft versichert, auf ein Experiment, das hier nachzulesen ist.:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/scharfer-blick-augen-plakate-schrecken-egoisten-ab-a-423887.html

Scharfer Blick Augen-Plakate schrecken Egoisten ab

„Der strenge Blick eines anderen kann selbst den größten Egoisten schamvoll erröten lassen. Forscher haben jetzt in einem Experiment bewiesen, dass schon das Foto einer menschlichen Augenpartie ungeahnten Edelmut hervorruft – etwa beim Bezahlen in der Kaffeeküche.“

Ich befragte mehrere Psychologen, was sie von den Bildern auf der Toilette einer Behindertenwerkstatt halten und sie antworteten alle: Das würde schon der gesunde Menschenverstand verbieten.

Haben Sie schon einmal schmutzige fremde Toiletten reinigen müssen?

Es ist furchtbar. Natürlich ist es verständlich, dass man alle Möglichkeiten ausprobiert, aber, das denke ich nach wie vor,  die Bilder sind unangemessen.

Ob es bei Mitarbeitern negative Auswirkungen hatte, vermochte mein Gesprächspartner mir nicht zu sagen, da natürlich nicht jeder Mensch die Fähigkeit hat, sich offen zu äußern.

Der Leiter ist ein absolut integrer Mensch, der sich in diesem Fall auf einen Kollegen verlassen hatte. Ich bin überzeugt, so wie ich ihn kennen lernte, dass er für die dort arbeitenden Menschen nur das Beste will.

Immerhin sind die Werkstätten oder sollen sein, ein Schutzraum für Menschen, auch, wenn man Menschen natürlich nicht absolut schützen kann, wenn ringsum potentiell krankmachende Bedingungen herrschen, so muss die Werkstatt ein Schutzraum bleiben und ich gehe davon aus, dass diese Bilder nicht mehr dort aufgehangen werden, was mir so auch bestätigt wurde.