Tatort Behindertenwerkstatt?

Foto in einer Behindertenwerkstatt in Siegburg auf einer Behindertentoilette

Sie kennen den Vorspann des Tatortes? Die Augen, die einen anschauen, die einem ein schlechtes Gewissen machen (können), die einen beobachten, die alles sehen, was man tut, die allgegenwärtig sind?
Die verbreiten Spannung, ohne Frage. Man weiß, jetzt vergeht die Langeweile. Was wird passieren. Die Augen verheißen eine Bereicherung des Abends.
So kennen wir sie und so kennen wir unsere Reaktion darauf.

Und dann gibt es die Behindertenwerkstätten, die, mit den geschützten Arbeitsplätzen.
Die wo kranke Menschen sich sicher fühlen können (sollen).
Wo es nicht so hart und brutal zu geht (gehen soll), wie in der freien Wirtschaft.
Dort sollen sich die (kranken) Menschen bei der Arbeit nicht gehetzt fühlen, die Arbeitsbedingungen sollen nicht krankmachend sein. Sollen.

Aber was passiert dort, wenn einer der dort „Mitarbeiter“ genannten Menschen, die dort arbeiten, weil dort ein Schutzraum für sie sein soll, auf die oder zumindest eine Toilette gehen?
Da hängen diese Fotos. Das untere direkt neben der Toilette, das ober an der Tür und man sieht es beim raus gehen.

Dort arbeiten Menschen  mit verschiedenen Diagnosen, bei denen ängstigende Vorkommnisse kontraproduktiv sind.

Behindertenwerkstatt also ein Schutzraum für Kranke?

Ist Inklusion nur ein Alibiwort? Man berät, man überlegt, man plant, aber man tut nichts, um die Situation zu verbessern.
Ein Schutzraum ist das nicht, wenn solche Fotos für die relative Lapalie beschmutzte Toilette benutzt wird.

Wer das entschieden und beschlossen hat, hat nicht nachgedacht.
Die Verantwortung der „Angestellten“ genannten Verantwortlichen bezieht sich auch darauf keinen Stress zu erzeugen. Sie sollen so handeln, dass der Schutzraum auch Schutz bietet. Davon kann bei der Foto-Aktion allerdings keine Rede sein. Da wird der
Schutz, den manche sensible Menschen sich zulegen brutal runter gerissen.

Diese Bilder erzeugen Stress, weil sie genau dafür konzipiert wurden.
Ich habe sie zufällig entdeckt und Missstände muss man öffentlich machen, damit
sie geändert werden.
Alle sollten sich dafür einsetzen, dass solche beängstigenden Fotos nicht verwendet
werden dürfen.
Die Angehörigen müssen so etwas erfahren.
Es ist einfach ein No Go.
Zum Schluss:
Die Funktionen der Behindertenwerkstätten ist sowieso eine sehr ambivalente.
Dort wird genauso gearbeitet, wie in Firmen der sogenannten freien Wirtschaft, vielleicht etwas langsamer.
Wenn aber Aufträge in eine Behindertenwerkstatt kommen, gibt es auch dort einen gewissen Druck.
Und natürlich ist es einerseits wichtig, dass Kunden nicht abspringen, andererseits wäre unsere Gesellschaft besser dran, wenn die Menschenrechte konsequent eingehalten würden. Dann bräuchte man nicht das Alibiwort Inklusion,
denn konsequenterweise würde jeder Mensch würdevoll behandelt und gefördert und gefordert entsprechend seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten.
Im Prinzip reihen Behindertenwerkstätten sich nahtlos in ein Ausbeutersystem ein.