Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus: Vortrag, Film und Ortsrundgang über jüdisches Leben in Rosbach Veranstaltung am 27. Januar im Rahmen der Veranstaltungsreihe 2017 der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“

Rhein-Sieg-Kreis (hei) – Am Freitag, 27. Januar 2017, finden anlässlich des „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ von 14.00 Uhr bis etwa 18.00 Uhr Veranstaltungen in der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“, in Windeck-Rosbach, statt. Das ursprünglich geplante Zeitzeugengespräch mit Annegret Jung muss wegen Erkrankung der Referentin leider entfallen. Stattdessen geht es um die Geschichte der Familie Seligmann und das damalige jüdische Leben in Windeck-Rosbach gehen.

Der Film „Ausgerottet – Ruth und Artur Seligmann“, vorgeführt um 14.00 Uhr, zeichnet anhand von Zeitzeugeninterviews den Weg der Geschwister Ruth und Artur Seligmann aus Rosbach über Köln in das Ghetto von Riga nach.


Ab 15.00 Uhr findet ein Vortrag von Kreisarchivarin Dr. Claudia Arndt über „Verfolgung, Flucht, Vernichtung und Überleben. Geschichte und Schicksal der Familien Seligmann aus Rosbach an der Sieg und Minkel aus Mainz-Weisenau“ statt. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts lebten Mitglieder der Familie Seligmann in Rosbach. Moses Seligmann war 1888 maßgeblich an der Gründung der Rosbacher Synagogengemeinde beteiligt. 1919 kaufte er für seinen Sohn Max und dessen Ehefrau Maria das Haus in der Bergstraße. Max hatte als Soldat im Ersten Weltkrieg gekämpft und verdiente nun den Lebensunterhalt für sich und seine Familie als Altwarenhändler. 1938 entstand das letzte gemeinsame Foto von Max und Maria Seligmann mit ihrer Tochter und den vier Söhnen. Der älteste Sohn Alfred flüchtete im gleichen Jahr mit seiner Frau Hilde, einer gebürtigen Mainzerin, nach Argentinien und baute sich dort eine neue Existenz auf. Im Zentrum des Vortrags wird der Lebensweg der Familie von Alfred Seligmann stehen, dessen Frau Hilde Stifterin der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“ war.
„Auf jüdischen Spuren durch Rosbach“ lautet der sich anschließende Ortsrundgang mit Dr. Claudia Arndt ab 16.00 Uhr. Stationen werden unter anderem der ehemalige Standort der Synagoge oder die zum Gedenken an ehemals in Rosbach lebende jüdische Menschen verlegten Stolpersteine sein.

Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz von russischen Soldaten befreit. Auschwitz steht wie kein anderes KZ als Symbol für den millionenfachen Mord des NS-Regimes vor allem an Juden, aber auch an anderen Volksgruppen. Deshalb wurde der Tag der Befreiung im Jahr 1996 zum ersten Mal als nationaler Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Er soll, wie es der damalige Bundespräsident Roman Herzog in seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag ausdrückte, als zentraler Gedenktag „aus der Erinnerung immer wieder lebendige Zukunft werden lassen“. 2005 erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 27. Januar in einer Resolution offiziell zum internationalen Holocaustgedenktag.

Die Veranstaltungen in der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“, Bergstraße 9, 51570 Windeck-Rosbach, am Freitag, 27. Januar 2017, sind kostenfrei. Interessierte können auch jeweils zu einer der drei Veranstaltungen kommen.

Dies ist eine Pressemitteilung des Rhein-Sieg-Kreis von Mittwoch, 18. Januar 2017.