Sekundarschule gescheitert – Schulfrieden beenden

Sekundarschule -  Ruppichteroth

Sekundarschule – Ruppichteroth

Der Schulkonsens von SPD, CDU und Grünen ist gescheitert, sagt die NRW-Linke und verweist auf eine aktuelle Studie der Rosa Luxemburg Stiftung. Diese belegt, dass die mit dem Schulkonsens eingeführte Sekundarschule nicht ausreichend von den Eltern angenommen wird. Im Gegenteil ist die Zahl der Sekundarschulen bereits wieder rückläufig. Den Schulfrieden dürfe man nicht zu Lasten der Kinder aufrechterhalten, sagt Die Linke.

„Mit der Sekundarschule scheitert ein weiteres großes Projekt von Hannelore Kraft“, stellt Özlem Alev Demirel, Sprecherin der NRW-Linken, fest. „Mit den Linken hätte es bereits 2011 eine Mehrheit für eine wirkliche Schulreform gegeben. Aber dafür fehlte Kraft und Löhrmann der Mut.“

Die Linke hatte dafür geworben, in einem ersten Schritt den Ausbau der Gesamtschulen zu fördern, und in einem zweiten Schritt das Bielefelder Konzept für längeres gemeinsames Lernen auf ganz NRW anzuwenden. Dabei würden die Klassen 1 – 10, also inklusive Grundschule, als „Eine Schule für Alle“ zusammengefasst und durch eigenständige Oberstufenzentren ergänzt. Dieses Konzept sei nach wie vor richtig, sagt Die Linke.

„Es ist Zeit, das NRW Schulchaos mit fünf verschiedenen Regelschulen zu beenden. Wir wollen nicht um der Ruhe willen ein Bildungssystem konservieren, dass Kinder nach der vierten Klasse auseinandersortiert und regelmäßig Kinder wohlhabender Eltern bevorzugt. Um der Kinder willen müssen wir darüber sprechen, was für eine Schule wir wollen“, erklärt Demirel.

Die Zahl der Neugründungen von Sekundarschulen ist stark rückläufig, zudem kommt etwa die Hälfte davon auf Grund mangelnder Anmeldungen nicht zustande. Demgegenüber stehen weitere, die entweder im Bestand gefährdet sind, oder aber in Gesamtschulen umgewandelt werden. Als Gründe für die mangelnde Attraktivität der Sekundarschulen nennt die Studie unter anderem die fehlende Oberstufe. Die Gesamtschule punktet dagegen nicht nur mit längerem gemeinsamem Lernen, sondern auch weil die Kinder hier nicht wie am Gymnasium das Abitur in acht, sondern in neun Jahren machen. Das Abitur in acht Jahren (G8) lehnt Die Linke ab.

Die Linke erinnert daran, dass NRW weiter Schlusslicht bei Bildungsinvestitionen ist. Marode Schulen, zu große Klassen und massive Unterrichtsausfälle sprächen dem Anspruch, kein Kind zurücklassen, Hohn.

Please follow and like us:
error