Regionale 2022 / 2025

Bahnhof Dattenfeld

Von Inge Mohr-Simeonidis und Frank Kemper

Gestern am 06.10.2016 besuchten wir, Inge Mohr-Simeonidis (Sprecherin DIE LINKE KV Oberberg) und Frank Kemper (Kreistagsabgeordneter des Rhein-Sieg-Kreis), die Informationsveranstaltung zur Regionale 2022 / 2025, hier unsere Eindrücke:

Die Landräte des Rheinisch-Bergischen-Kreis, des Oberbergischen Kreis und des Rhein-Sieg-Kreis haben offensichtlich schon beschlossen, dass sich die drei Kreise als das „Bergische Rheinland“ um Mittel aus der Regionale 2022 oder 2025 bewerben sollen. Die Kreistage werden zwar noch eingebunden, doch es käme einer Brüskierung des eigenen Landrats gleich, wenn die Mehrheitsfraktionen das Anliegen ablehnen.

Dabei stehen wir dem Bewerbungsprozess durchaus aufgeschlossen gegenüber, aber nicht kritiklos.

Vor einer erneuten Bewerbung sollten die Ergebnisse der Regionale 2010 aufgearbeitet werden. Neben vielen sinnvollen Projekten gab es seinerzeit auch Maßnahmen, die aus heutiger Sicht vielleicht nicht so sinnvoll waren, oder die anders hätten ausgeführt werden müssen. Zur Erinnerung, zur Regionale 2010 gehörten im Rhein-Sieg Kreis:

  • Die Inwertsetzung der Klosterlandschaft Heisterbach
  • Das Informations- und Vermittlungssystem Natur und Kultur quer zur Sieg
  • Der Siegtalradweg – inklusive dem Lückenschluss in Windeck zwischen Dreisel und Mauel sowie dem zwischen Rosbach und Au
  • Die Schaffung der „RadRegionRheinland“, Gemeinschaftsprojekt des Rhein-Sieg-Kreis mit Köln, Bonn, Leverkusen, dem Oberbergischen Kreis, dem Rheinisch-Bergischen Kreis, dem Rhein-Erft-Kreis und dem Rhein-Kreis Neuss.
  • Das Grüne „C“

Nur wenn wir uns anschauen was gut, aber auch was schlecht gelaufen ist, können wir für die Zukunft davon ausgehen, aus möglichen Fehlern zu lernen.

Siehe zum grünen „C“ http://www.ksta.de/region/rhein-sieg-bonn/bonn/–gruenes-c–im–schwarzbuch–24690, Teilprojekt des grünes „C“ ist z. B. die grüne Mitte, siehe http://www.express.de/bonn/wirbel-ums–gruene-c–21-000-euro-posse-um-diese-blauen-baenke-3443778, http://www.general-anzeiger-bonn.de/region/sieg-und-rhein/sankt-augustin/Wenn-sich-Sitzb%C3%A4nke-vermehren-article1520096.html

Wir erinnern uns auch an Stahlsteelen, die als Wegweiser zum Preis von 2500,- € Stück in unseren Wäldern aufgestellt wurden, oder an das Wegweisersystem im Siebengebirge. Dort wurden mit großem Aufwand Steinscheiben in ausgefräste Findlinge gesetzt.

Vor einer Entscheidung zur einer Regionale 2022 / 2025 sollten wir also dringend auf eine Evaluation der Regionale 2010 drängen.

Darüberhinaus ist uns aufgefallen:

Es wurde viel von Mobilität im ländlichen Raum gesprochen, und davon dass eine erneute Regionale diese verbessern könnte. Aber was nützt das 2022, wenn der neue Nahverkehrsplan des Oberbergischen Kreises Verschlechterungen und Linienverkürzungen vorsieht. Hier sind die aktuellen Entscheidungen sogar im Widerspruch zu Regionale 2022 -2025. Während die Gemeinde Windeck mit der Stadt Waldbröl vereinbart haben, eine Mobilitätsstation am Bahnhof in Schladern einzurichten und zu bertreiben, damit der Naturpark Panabora in Waldbröl besser erreichbar ist, stellt der Oberbergische Kreis die Buslinie nach Schladern ein, bzw. lässt sie zukünftig vor Schladern enden.

Im Ergebnis lassen sich also zukünftig ab Schladern Fahrräder und Autos leihen, der ÖPNV nach Waldbröl wird jedoch ausgedünnt.

Nach der kritischen Betrachtung nun das positive:

Eine erneute Regionale wäre eine  große Chance um Projekte in der Region zu verwirklichen, die sonst niemals finanzierbar wären.

Zu erinnern wäre beispielsweise an unsere Idee eines Kommunalparks, die wir im Rahmen der erfolglosen Leader-Bewerbung entwickelten. Und wenn neue Mobilitätskonzepte erprobt werden sollen, wie wäre es denn, wenn wir dann noch mal den fahrscheinlosen Nahverkehr ins Gespräch bringen. Diesmal vielleicht schrittweise, zunächst für Personen unter 18 Jahren und auf dem Land, um das Leben auf dem Land attraktiver zu gestalten. Das würde im Übrigen auch die Städte entlasten.

Wir müssen aber auch deutlich darauf drängen, dass alle Verkehrskonzepte daran scheitern werden, dass die Kapazitätsgrenzen der Schiene erreicht sind. Nicht nur in den beteiligten Kreisen, sondern weit darüber hinaus. Da heißt es dann schnell neue Gleise seien nicht bezahlbar, und es würde auch zu lange dauern. Nun, es wird noch länger dauern, wenn wir noch länger warten. Und nicht bezahlbar? Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt. Es ist nur eine Frage der Prioritäten. Was kostet Stuttgart 21 noch? Und mit jedem weiteren Jahr Verzögerung steigen die Kosten weiter an.

Für alle diejenigen, die hoffen, die Pendlerströme würden durch die Digitalisierung abnehmen, hier ein kleiner Ausschnitt aus einem Beitrag aus der Vorstellung: Prof. Prinz aus Kürten beschreibt, dass man schon bei der Einführung des C64 darauf gehofft habe, dass pendeln zukünftig nicht mehr notwendig sei. Er wundere sich, dass dies immer noch nicht soweit sei.