Ostermarsch Bonn 2017

Die Ostermärscher haben eine lange Tradition.

Der erste Ostermarsch in Deutschland fand 1960 statt.

In Bonn fand nie einer statt.

Bis vor 4 Jahren eine kleine Gruppe aus dem offenen Gesangskreis „Hand in Hand“ sich sagte:

Das müssen wir ändern und den ersten Ostermarsch organisierte.

Es waren noch wenige Menschen, die teilnahmen, hatten doch die Ostermärsche überall weniger Zulauf, als früher. So, als sei die Welt eine friedliche.

Dass sie es nicht ist, erleben wir in der Gegenwart täglich.

Deutsche Soldaten sind weltweit an Kriegen beteiligt. Deutsche Waffen werden ins Ausland exportiert und machen auch vor Krisengebieten nicht halt.

Da greift die Idee der Ostermarschbewegung.

Waren es vor vier Jahren noch ganz wenige Menschen, so waren es heute in Bonn

bis zu knapp über 500 Mensch,die gegen Kriege und deutsche Kriegsbeteiligung und deutsche Waffen in weltweiten Kriegen aufstanden und laut ihre Meinung äußerten.

War es vor vier Jahren der offene Gesangstreff „Hand in Hand“, so gingen heute viele Initiativen mit. Der Zug der Kriegsgegner ist gewachsen.

Bevor der Ostermarsch in Beuel losging, sprach noch „Der Black“ früher Teil von „Schobert und Black“ von seinen frühen Erfahrungen bei seiner Flucht.
Auch sang er ein Lied, über Freiheit, das Video ist hier zu finden.:

http://rotpoetin.de/Bereich-Journalismu/Ostermarsch-Bonn-2017

Es war kein großer Unterschied zu heute. Ungeliebt, beschimpft, Sündenbock, für alles müssen und mussten Flüchtlinge, früher und heute, herhalten.
Es war eine Erzählung von Trauer und Leid und dem Willen, es auszuhalten.
Was früher und heute Flüchtlingen angetan wird, das darf nicht sein. Wir sind alle schuld am Tod von Menschen, wenn wir nicht dagegen angehen.

Dieses Jahr sind Bundestagswahlen und da heißt es genau hinsehen, welche Parteien gegen Krieg sind, welche Parteien nicht gewillt sind, unsere Kinder und Enkelkinder und Urenkelkinder in Uniformen zu stecken, ihnen das Töten beizubringen und sie dann in Länder schicken, wo sie das anwenden sollen.

Und die Parteien, die dagegen sind, die muss man wählen, das sollten uns unsere Nachkommen wert sein.

Allerdings kenne ich bisher nur eine Partei, die Krieg konsequent ablehnt.

Begleitet von Gesang und Instrumenten der Gruppe „Hand in Hand“ zog der Bonner Ostermarsch vom Beueler Rheinufer über die Kennedybrücke, am Bertha-Suttner-Platz vorbei zum Marktplatz. Unterwegs dorthin demonstrierte „Ilja Bergen“ vom „Aktionskreis Flucht“ mit seiner Gruppe eindringlich, wie die Praxis aussieht: Jene dürfen rein, danach ist die Grenze wieder zu und die anderen müssen draußen bleiben.

Die Grenzmauer wurde durch ein entsprechendes Banner dargestellt.

Die Flüchtlinge durch Demonstrationsteilnehmer.

An den Haltepunkten wurden auch kurze Reden gehalten. Z.B. über den Standort Büchel in der Eifel, wo 20 Atombomben lagern, die von amerikanischen Soldaten bewacht werden.

Deutsche Soldaten üben mit Tornados das Abwerfen eben dieser Bomben.

Das macht betroffen.

Susanne Rohde von der „Beueler Initiative gegen Fremdenhass“ erzählte von einem somalischen Flüchtling, der vor längerer Zeit nach Deutschland kam, lernte und lernte und endlich hätte anfangen könne zu arbeiten, er hatte auf befragen gesagt, wie froh er sei im sicheren Deutschland zu sein, ist nun von Abschiebung bedroht würde sich so nicht mehr äußern können, denn das sichere Deutschland, das verlangte, er solle lernen, Deutsch und Vorbereitungskurse, will ihn nun nicht mehr.

Der Rechtsanwalt Berhard Bergmann fand auch deutliche Worte gegen die Kriegspolitik, die von Deutschland ausgeht und Volker Rohde (Fäustel genannt) motivierte am Schluss noch mal die Menschen, sich für den nächsten Ostermarsch,zum Helfen bei der Organisation, schon jetzt registrieren zu lassen.

Am Ende des Ostermarsches waren die Teilnehmer zufrieden: die Solidarität war gewachsen, es waren viele verschiedene Teilnehmer und auch Teilnehmer aus anderen Ländern gingen mit.

So konnte man mit einem guten Gefühl nach Hause gehen in dem Bewusstsein:
Die Menschen wehren sich gegen die Gewalt und es werden immer mehr Menschen, die sich wehren.

Dem Gesangstreff „Hand in Hand“ muss der Dank gelten, eine Totgesagte Bewegung als lebendig gezeigt zu haben, durch Orgnaisation und viel Motivationsarbeit.

Man darf gespannt sein, in welchem Maße der Ostermarsch im nächsten Jahr gewachsen ist und er wird wachsen, oder glauben Sie, außer denen, die an Kriegen verdienen, will einer Krieg?