LINKE, Piraten und FUW beantragen Beteiligung des Rhein-Sieg-Kreis an der Erprobung eines kostenlosen ÖPNV

Bahnhof Dattenfeld

Bahnhof Dattenfeld

Schon seit Jahren kämpfen DIE LINKE, FUW und Piraten im Kreistag für einen fahrscheinfreien Personennahverkehr im Rhein-Sieg-Kreis ein. Nun scheint auch die Bundesregierung begriffen zu haben, dass eine wirksame Verkehrswende nur mit neuen Wegen zu erreichen ist,. Deshalb ist eine Erprobung des kostenlosen ÖPNV in der Diskussion. Dies begrüßen die Parteien ausdrücklich, sind jedoch auch der Meinung, dass eine Testphase nicht nur in Großstädten, sondern auch auf dem Land durchgeführt werden müsste. Daher schlagen sie in einem Antrag an den Kreistag vor, dass der Landrat beauftragt wird, sich beim Bund dafür einzusetzen, die Erprobung auch im Kreisgebiet durchzuführen.

Dazu Frank Kemper, Mitglied des Kreistages für DIE LINKE: „Es geht um weit mehr als das, für sich allein schon wichtige, Ziel der Luftreinhaltung. es geht eben auch um soziale Teilhabe, um Stärkung der strukturschwachen Gebiete, insbesondere auf dem Land, wie in unserem östlichen Kreisgebiet. Und es geht auch darum endlich die Voraussetzungen für eine nachhaltige Verkehrsinfrastruktur der Zukunft zu schaffen. Für eine Erprobung im ländlichen wäre der Rhein-Sieg-Kreis jedenfalls wie geschaffen, auch weil der die Großstadt Bonn umschließt, die ebenfalls für eine Erprobung vorgesehen ist.“
Anja Moersch, die für die PIRATEN im Kreistag sitzt,  ergänzt dazu: “ Die Piratenfraktion im Landtag hat 2017 zum Thema „Fahrscheinfreier Nahverkehr in NRW“ eine Machbarkeitsstudie (www.fahrscheinfrei.de) erstellen lassen. Zuerst muss der Ausbau des ÖPNV ausgebaut werden, d. h. es bedarf nicht nur eine engeren Taktung von Bussen und Bahnen,sondern auch eines breiteren Angebots von Park & Ride Systemen etc. Ohne diese Maßnahmen kann ein Pilotprojekt nicht gestartet werden. Klar ist, dass es dafür einen zeitlichen Vorlauf braucht. Daneben wäre der Kreis nicht in der Lage die Vorbereitung finanziell zu schultern. Die Finanzierung des Bundes müsste also auch die Vorbereitungsphase mit abdecken.“
Studie des Umweltbundesamtes zu des externen Kosten des Verkehrs
Uni Kassel: Was kosten Radverkehr, Fußverkehr, öffentlicher Personennahverkehr und Kfz-Verkehr eine Kommune?
Anmerkung:

Zahlen des Umweltbundesamtes von 2005 belegen, dass allein die externen Kosten des Verkehrs 80,4 Milliarden Euro betragen, pro Jahr (Quelle: http://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/dossier-umwelt/61374/externe-kosten).

74 % davon gehen auf PKW und Motorräder zurück (gleiche Quelle). Ergibt 59.496.000.000,- €.

Beziehen wir die Inflation seit 2005 mit ein, kommen wir auf 70.361.516.500,- € (Inflationstabellen bis 2010 hier: https://www.zinsen-berechnen.de/inflation/inflationsrate-basisjahr-2005.php, ab 2010 hier: https://www.zinsen-berechnen.de/inflation/tabelle-inflationsrate.php).

Teile ich dies duch 82,8 Millionen Einwohner in Deutschland und multipliziere es mit den 596.213 Einwohnern, die der Rhein-Sieg-Kreis 2017 hat, komme ich auf unglaubliche 506 Millionen Euro an externen Kosten die im Rhein-Sieg-Kreis für PKW und Motorradverkehr anfallen, pro Jahr! Oder pro Kopf 849,- €.

Wohlgemerkt dies sind nur die externen Kosten, nicht die direkten. Auch bitte ich zu beachten das dies nur eine grobe überschlägige Rechnung ist. Wer sich für eine wissenschaftliche Abhandlung über die Verkehrskosten der Kommunen interessiert, dem empfehle ich diese Arbeit: https://www.uni-kassel.de/fb14bau/fileadmin/datas/fb14/Institute/IfV/Verkehrsplanung-und-Verkehrssysteme/Forschung/Projekte/Endbericht_NRVP_VB1211.pdf