Kaltschnäuzig, empathielos und von Profitmaximierungslogik getrieben

Linke MdBs K. Vogler, A. Neu und M. W. Birkwald

Als „kaltschnäuzig, empathielos und von Profitmaximierungslogik getrieben“ verurteilt der Kreisvorstand der LINKEN die angekündigte Schließung der erst 6 Jahre alten Geburtshilfe- und Frühgeborenenstation am Kinderkrankenhaus von Sankt Augustin.
Das das ganze als „geplante und abgestimmte Aktion“ zu bezeichnen sei, bezweifelt Landtagskandidat Andreas Danne. So sagten ja die Betreiber der angeblichen Partner GFO, dass sie von der Schließung völlig überrascht worden seien, und vorher nicht konsultiert worden waren. „Es ist fraglich, ob an den von Asklepios genannten Ausweich-Standorten überhaupt genug räumliche und personelle Kapazitäten bestehen, um „aus dem Stand“ mal so weitere 1000 Geburten zu übernehmen“, so Danne. Und die Kostenträger, und damit alle zahlenden Krankenversicherten, würden vor vollendete Tatsachen gestellt.

Kreissprecher Rolf Conle: „Einerseits davon zu reden, Wirtschaftlichkeit habe keine Rolle gespielt, dann aber sagen zu müssen, man wolle „betriebsbedingte Kündigungen vermeiden“, spricht davon, dass mit unsauberen Karten gespielt werde“. Und das bei einem Konzern der 375 Mio Gewinn vor Steuern ausgewiesen habe. Es sei erschreckend, so Conle weiter, wie das bisherige Gesundheitswesen in Deutschland politisch gewollt, mehr und mehr zum Wirtschaftszweig statt zur Daseinsvorsorge degradiert werde. Conle erwartet eine „Verlagerungen“ von Geburten aus dem Kreissaal in die Rettungswagen, wie es in Bayern schon vermehrt festzustellen sei.

Wenn Gesundheitsministerin Steffens (Grüne) solche Schließungen über den „Strukturfonds NRW“ fördert (siehe http://www.ksta.de/region/rhein-sieg-bonn/sankt-augustin/geburtsstation-in-sankt-augustin-krach-um-den-kreisssaal-25206954), zeigt sie, dass es der Landesregierung mehr um die Finanzen, als um die Gesundheit der Bevölkerung geht.

Frank Kemper, Direktkandidat zur Landtagswahl 2017 für den Wahlkreis 25 (Eitorf, Windeck, Ruppichteroth, Neunkirchen-Seelscheid, Much, Hennef, Lohmar) betont:
„Nun rächt es sich, dass die Kommunen ihre Anteile an den Krankenhäusern reduziert, oft sogar komplett verkauft haben. Schon die Schließung der Geburtsstationen in Siegburg, Waldbröl und Eitorf hätte es nicht gegeben, wenn noch nennenswerter kommunaler Einfluss bestanden hätte. Als Kreistagsfraktion haben wir für die Rekommunalisierung des Krankenhaus Eitorf gekämpft. Damit hätten wir zumindest den Bestand der Geburtsstation Eitorf sicher stellen können. Allein es war nicht gewollt (siehe https://ratsblatt.wordpress.com/?s=krankenhaus+eitorf). Und so werden dieses mal auch wieder Krokodilstränen vor Ort vergossen werden, während Landes- und Bundesregierung die Weichen für weitere Schließungen stellen. Das ist ganz einfach das Ergebnis, wenn es nur noch ums Geld geht.“