Informationspolitik der Bahn

Der Titel dieses kurzen Erlebnisberichtes könnte lauten:


Ich bringe mal schnell meinen Enkel wieder nach Hause

Ich hoffe, dass euer Bahntag gut war. Ich bin um 16.50 mit Enkel los, um ihn zurück nach Köln zu bringen. In Menden, kurz vor Troisdorf, stand der Zug, und stand, und stand und stand ca. 30-40 Minuten bevor die Durchsage kam, der Zug würde nun dort enden, es häbe einen Personenunfall gegeben usw..

Ein Schienenersatzverkehr würde eingerichtet, der uns nach Troisdorf bringen würde, als einen Bahnhof weiter, wo wir dann weiter nach Köln fahren könnten. Also gingen alle Passagiere zur Bushaltestelle. Und warteten, und warteten, und warteten ca. 1,5 Stunden, bis zwar kein Bahnersatzverkehr kam, aber zumindest ein Bus nach Siegburg. Dort also in den nächsten Zug und das klappte auch gut dann bis zum Treffpunkt. Super. OK, Rückfahrt ein bisschen verspätet, aber was solls. Also zurück nach Deutz, ich hatte überlegt, über Bonn zu fahren, da ja die STrecke gesperrt, war, die richtig gewesen wäre, aber als ich auf den Zug nach Bonn wartete, kam die Durchsage der Aufhebung der Sperrung, worauhin ich natürlich sofort auf den richtigen Bahnsteig lief, um diesen Zug, der direkt nach Hause fuhr, zu bekommen. Und wartete und wartete und wartete und nach 10 Minuten stand da, „fällt aus“. Nun ja, der andere Zug nach Bonn war dann auch weg, klar.

Aber es fuhr ja noch einer über Bonn,so um 20.50. nehme ich den eben, dachte ich. Und wartete und wartete bis die Durchsage kam, die Strecke zwischen Köln Hauptbahnhof und Köln Süd sei wegen eines Notarzteinsatzes für alle Züge gesperrt. 

Ich kürze mal ab: Als ich dann endlich um 22:04 den Zug Richtung Koblenz erreichte, wusste ich, wie sich glücksein anfühlt. 

Um genau 22.57 schloss ich meine Wohnungstür auf:

Ohne Sperrung der Strecken wäre ich um ca. 19.30 zu Hause gewesen. 

Was zu kritisieren ist:
Wenn die Bahn sagt, sie stelle einen Bahnersatzverkehr zur Verfügung, dann sollte dies auch zeitnah geschehen.
Hier war das nicht so. Die ausgestiegenen Passagiere standen an Bushaltestellen, warteten auf den Ersatzverkehr, manche nahmen zu viert ein Taxi, denn die erschienen haufenweise, da hatte sich wohl der Bedarf rumgesprochen.
Auch Fehlinformationen kommen nicht gut an.
Wenn die Durchsage lautet, es gäbe einen Oberleitungsschaden, man liest in der Zeitung dann aber davon, dass mal wieder zwei Jugendliche auf einen Waggon geklettert waren und einen Stromschlag bekommen haben, fragt man sich schon, warum nicht erwähnt wurde, dass es um einen Notarzteinsatz ging. Ich erfuhr davon auf dem Bahnsteig von einem Informierten, der neben einer Bahnbediensteten stand.
Warum wird das verschwiegen? Geht es darum, dass es immer wieder passiert und immer noch keine Lösung für das Problem geschaffen wurde? Warum ist das so leicht möglich, auf abgestellte Waggons zu klettern?
Da ist Lösungsbedarf und eine schnelle Lösung angesagt, denn manchmal sterben auch Jugendliche dabei.