Erfolg für DIE LINKE: Stolperstein für ermordeten Kommunisten Anton Hamacher wird verlegt!

Linksfraktion Troisdorf

Linksfraktion Troisdorf

Große Freude bei der Fraktion DIE LINKE im Rat der Stadt Troisdorf. Der Ausschuss für Kultur und Städtepartnerschaft hat entschieden, dass der von den Nazis ermordete Kommunist Anton Hamacher endlich einen Stolperstein bekommt. Dieser wird auf dem Gelände des Rathauses verlegt. Der Grund: Dort befand sich 1933-34 ein SA-Heim, in dessen Kellern Troisdorfer Kommunist*innen und Sozialdemokrat*innen gefoltert wurden.

Erst vor kurzem sind die letzten Schliffe bei der Umgestaltung des Rathausvorplatzes angelegt worden. An diesem ,,Platz der Menschenrechte“ begrüßen den*die Eintrittswillige*n des Rathauses bunte Blumen und Sitzgelegenheiten. Alles wirkt modern und die vielen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder lassen eine grüne Regierungsbeteiligung erahnen. Doch auf dem Gelände des heutigen Rathauses hielt einst die widerwärtigste Form des Imperialismus Einzug: Der deutsche Faschismus.

Wir schreiben das Jahr 1933. Es ist Dezember. Das erste Jahr unter nationalsozialistischer Herrschaft neigt sich dem Ende zu und auch in Troisdorf, einer rheinischen Kleinstadt mit damals 10000 Einwohner*innen, sind die letzten Elemente von Grundrechten hinweggefegt. Politische Gegner*innen des Faschismus können in ,,Schutzhaft“ genommen, also ohne Anklage einfach weggesperrt werden. So auch hier im Stationsweg 4. Hier haben die Nationalsozialist*innen ein SA-Heim, in welchem Sozialdemokrat*innen und Kommunist*innen regelmäßig vernommen und im angeschlossenen Keller gefoltert und erniedrigt werden. Einer dieser Kommunist*innen ist Anton Hamacher. Er wurde 1908 in Beuel geboren und kam im Laufe seines Lebens nach Troisdorf. Dort lebte der Arbeiter in Sieglar, in der Hauptstraße 5. Wegen seiner politischen Sympathien für die KPD wurde er verhaftet und im Dezember 1933 im SA-Heim am Stationsweg 4 interniert. Was dort in den Folterkellern geschah, ist nicht eindeutig. Mehrere Mitgefangene berichten, dass einer der SA-Männer während des Verhörs ausrastete und den Kommunisten Hamacher so schwer verletzte, dass er ins Sieglarer Krankenhaus gebracht werden musste. Dort erlag der Vater eines vierjährigen Sohnes in der Nacht auf den 05.12. seinen Verletzungen. Leider wurde sein Grab auf dem Sieglarer Friedhof bereits 1945 eingeebnet, so dass es keine Erinnerungen mehr an die Ermordungen gibt. Es ist dem engagierten Troisdorfer Stadthistoriker Norbert Floerken und seinem Buch ,,Troisdorf unterm Hakenkreuz“ zu verdanken, dass diese Episode nicht in Vergessenheit geriet. Denn hierdurch angeregt werden seit 2015 wieder regelmäßig Stadtrundgänge in Troisdorf abgehalten und an das Schicksal von Anton Hamacher erinnert.
Auch DIE LINKE in Troisdorf sah sich in der Verantwortung und hat bereits im Januar einen Antrag gestellt, um die Verlegung des Stolpersteins in die Wege zu leiten. Doch die Stadt spielte auf Zeit. Sie hat ein ganzes Jahr gebraucht um im Stadtarchiv die Dokumente zu besorgen und mit dem Künstler Gunter Demnig, der die Stolpersteine verlegt, Kontakt aufzunehmen. Dies hätte auch deutlich schneller gehen können. Auch der Umstand, dass Vertreter*innen im Ausschuss zunächst Skepsis äußerten, den Stolperstein auf dem Gelände des Rathauses zu verlegen, ist bedauernswert.
Trotz alledem: DIE LINKE in Troisdorf freut sich, dass durch sie einem würdigem Andenken für Anton Hamacher ein Stück näher gekommen wird und sieht sich weiterhin dem Schwur von Buchenwald verpflichtet.