1. Mai, – warum fehlte der DGB in Bonn bei der Demo?

Demozug 1. Mai 2017

Wenn man heute, am 1. Mai, Tag der Arbeit, in Bonn die Heerstraße entlang ging, hörte man schon aus der Entfernung Musik, Stimmen, Lebendigkeit.
Aber fangen wir vorne an:
Jedes Jahr am 1. Mai gibt es in Bonn eine Demo, die am DGB-Haus, Ver.di-Heimat, startet. Immer gut besucht, viele Menschen demonstrierten mit.
Dieses Jahr nicht.
Was ist geschehen?

Die Demo wurde immer vom DGB organisiert, der auch dazu aufrief.
Heute rief aber die Bonner Jugendbewegung zur Demo auf und was machte der DGB? Er boykottierte, unterließ jeden Aufruf, man wisse ja nicht, welche Gruppierungen mitgehen würden.
Also Distanz von der Arbeiterbewegung.
Vielleicht sollte der DGB noch mal Unterricht in Bezug auf Gewerkschaftssinn und Gewerkschaftsaufgaben nehmen, da stimmt aber schon länger etwas nicht.
Und dann hofft der DGB, dass nächstes Jahr wieder mehr Menschen dabei sind, weil auf der Kundgebung auch nur wenige waren.
Lieber DGB, nehmt eure Aufgabe ernst und wahr, dann klappt es auch wieder mit der Menge.

Nachmittags, ab 14 Uhr fand, auch wie jedes Jahr, das internationalistische Fest auf dem Schulhof der Marienschule in der Heerstraße statt.
Dort waren all jene vertreten, denen die Arbeiterklasse und auch die Integration aller Menschen am Herzen liegt.
Es wurde gemeinsam gefeiert.

Veranstalter dieses Jahr sind:
-Bonner Jugendbewegung
-Deutsch-Kurdisches Kultuhaus Bonn
-Ver.di Jugend NRW Süd
-Antikapitalistische Aktion Bonn
-DKP Bonn/Rhein Sieg
-Die Linke Kreisverband Bonn
-Rote Hilfe Bonn
-Bonn Beueler Engel
-Erwerbslosenforum Deutschland
-Dt. Freidenker-Verband Gruppe Bonn
-Medinetz Bonn
-Freundschaftsgesellschaft BRD/Kuba Bonn
-Offenes Treffen für Internationale Solidarität
-Palästinensische Gemeinde Bonn
– Tatort Kurdistan

Ist das nicht traurig, dass die „großen Parteien“ dies nicht unterstützen? Das macht sie doch klein, stellt sie auf den Platz, wo sie schon lange stehen, weitab der Bevölkerung, blind, Gehörlos und Taub. Nur sprechen können sie und zeigen damit ihre Interessen, bei uns liegen die nicht, bei ihnen auch nicht. Aber das Wort Kapitalismus enthält ja auch nichts menschliches.

Das Kulturprogramm ist immer gemischt, so heute kurdische Musik und verschiedene Musikrichtungen, meist von jungen Menschen vorgetragen. Hörens- und sehenswert.

Informationen gibt es viele,zum Thema Politik sowieso, aber auch Wissenschaft spielt eine Rolle, durch einen neugegründeten Verein „Verein zur Förderung der wissenschaftlichen Weltanschauung“, die Gruppe „Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba e.V., ein Solidaritäts- und Völkerverständigungsverein, die Rote Hilfe, der Freidenkerverein und die oben schon aufgezeigt wurden.
Nein, die SPD, frühere Arbeiterpartei, die CDU, christlich nennt sie sich, die FDP, liberal?, usw.., nein, die finden sie nicht, die wollen mit den Arbeitern, die in den o.g. Vereinigungen organisiert sind nichts zu tun haben. Sie machen sich ihr eigenes Bild, aus einer Entfernung, so weit, wie der Mond.

Über die offene Gesangsgruppe „Hand in Hand“ werde ich noch gesondert schreiben, aber eins schon mal gesagt: Der Name ist Programm.